Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
Nationales Versorgungsforum Schmerz

Grußworte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Schmerzmedizin für die tägliche Arbeit –

dieser Herausforderung stellen Sie sich jeden Tag. Patienten mit beginnender Schmerzchronifizierung sowie weit chronifizierte Schmerzpatienten stellen Sie immer wieder vor schwierige diagnostische und therapeutische Entscheidungen. Ihnen gerecht zu werden, erfordert nicht nur umfassendes, sondern auch stets aktuelles Wissen.
Die Schmerzmedizin ist eines der dynamischsten Felder mit ständigem Zuwachs an neuem Wissen und neu evaluierten Konzepten. Diese in die tägliche Versorgung zu übertragen, ist das Anliegen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages.

Mit seiner praxisrelevanten Ausrichtung will auch dieser 28. Deutsche Schmerz- und Palliativtag Ihnen alltagstaugliches schmerzmedizinisches Wissen und Fähigkeiten in Vorträgen, Anwenderseminaren, Diskussionen und Seminaren an die Hand geben – direkt aus der Forschung in die tägliche Arbeit.

Ich freue mich auf einen anregenden und interessanten Kongress mit Ihnen und grüße Sie herzlich

Ihr

Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe
Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V.

 

PD Dr. med. Michael A. ÜberallLiebe Kolleginnen und Kollegen,

„Schmerzmedizin - Praxis und Theorie der Versorgung“ – unter diesem Motto treffen sich auch in diesem Jahr wieder schmerzmedizinisch interessierte Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreter nichtärztlich tätiger Fachgruppen hier in Frankfurt auf dem größten deutschen Versorgungskongress für den Bereich Schmerz. Theoretisch wäre ein solcher Kongress eigentlich gar nicht nötig, wenn man den aktuellen Trends im Bereich Schmerzmedizin glauben möchte: mehr evidenzbasierte Leitlinien denn je, umfangreiche Aktivitäten aller Fachgesellschaften zur Stärkung der Kompetenz im Akutschmerzbereich, die Aktualisierung der Qualitätssicherungsvereinbarung zur speziellen Schmerztherapie, nationale Aktionstage sowie nationale und internationale Foren – einfach alles was das Herz des Experten begehrt. Und genau da liegt das Problem begraben: eine gute, eine patienten- und letztlich auch eine bedürfnisorientierte Schmerzmedizin lebt nicht von der Theorie, sondern von der Praxis, nicht vom Studium von Leitlinien und Literatur, sondern von der Arbeit mit und am Patienten, nicht von der Evidenz im Internet, sondern von der Eminenz am Patienten und dem interkollegialen Austausch mit Kollegen, nicht von der leitliniengestützten Therapie von der Stange sondern von der Entwicklung und Umsetzung individuell maßgeschneiderter Behandlungskonzepte.

Im Namen der Deutschen Schmerzliga danke ich allen Teilnehmern für Ihr Interesse an dem Versorgungsbereich Schmerz sowie an Menschen mit chronischen Schmerzen. Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft sich im Rahmen dieses Kongresses nicht nur über neue Forschungsergebnisse zu informieren, sondern insbesondere auch über praktische Umsetzungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen zur konkreten Verbesserung der Versorgung chronisch schmerzkranker Menschen in Deutschland. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen interessante, anregende und abwechslungsreiche Tage auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2017 in Frankfurt

Ihr

PD Dr. med. Michael A. Überall
Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.

 

Prof. Dr. Eva Quante-BrandtSehr geehrte Kongressteilnehmerinnen und –teilnehmer,
sehr geehrte Damen und Herren,

jede und jeder von uns kennt Schmerzen. Ob Jung oder Alt: Schmerzen begleiten mal mehr, mal weniger unser Leben. Umso älter wir werden, desto größer jedoch die Wahrscheinlichkeit, Krankheiten durchlebt und mit Schmerzen Erfahrung gesammelt zu haben. Und defacto ist es so: Unsere Gesellschaft wird älter. Uns steht mehr Lebenszeit zur Verfügung als noch den Generationen vor uns - und das ist wunderbar! Alter ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Schmerzen, sondern mit Erfahrung. Allerdings nehmen gesundheitliche Beschwerden im Alter auch zu. Das heißt, dass der Behandlung von Erkrankungen und Schmerzen im Alter eine größere Bedeutung zukommen muss. Vor allem in der Versorgung ist der gemeinsame Austausch an der Schnittstelle zwischen hausärztlicher und spezialisierter schmerzmedizinischer Behandlung entscheidend, um die bestmögliche Therapie zu ermöglichen.
Unabhängig vom Alter, gibt es viele Menschen bei denen Schmerzen zum alltäglichen Leben gehören. So leiden schätzungsweise 15 Prozent der Deutschen an chronischen Schmerzen. Starke Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen können mit Nervenschmerzen einhergehen. Auch Tumore können stärkere Schmerzen auslösen. Die Beeinträchtigungen für die Betroffenen sind immens: Schmerzen beeinflussen den Alltag und auch das Berufsleben der Betroffenen. In der Folge können chronische Schmerzen auch zu frühzeitiger Berentung führen. Ein Rückgang der Lebensqualität, psychische Beeinträchtigungen und Schlafstörungen können vermehrt dazu beitragen, dass sich durch verringerte Teilnahme am sozialen Leben die soziale Entfremdung verstärkt.
Für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen ist es bedeutsam, eine adäquate Versorgung vorzuhalten. Das kann, abhängig von der Krankheitsursache, mit einer passenden Medikation gelingen. Dieser kommt eine entscheidende Bedeutung zu, denn unterschiedlicher Schmerz bedarf einer individualisierten Therapie.
Ein richtiger und wichtiger Schritt der Länder im Bundesrat war es, der Cannabis-Therapie für Schwerkranke zu zustimmen. Somit ist es fortan möglich, neben sonst üblichen Schmerzmedikamenten, Cannabis-Präparate gegen chronische Schmerzen auf Rezept zu erhalten.

Auch die palliative Versorgung spielt in der Schmerzbehandlung eine entscheidende Rolle. Schließlich trägt die wichtige Arbeit der ambulanten und stationären palliativen Medizin und Pflege dazu bei, schwerstkranken Menschen in der letzten Phase ihres Lebens ein würdiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Der 28. Deutsche Schmerz- und Palliativtag findet unter dem Motto „Schmerzmedizin – Praxis und Theorie der Versorgung“ statt und bietet ein breites Spektrum an Vorträgen und Veranstaltungen. Unter anderem geht es um die bereits angesprochenen Themen wie Schmerzen im Alter und interdisziplinäre Behandlung von Schmerzgeschehnissen. Mit diesem breiten Themenspektrum setzt der Schmerz- und Palliativtag wichtige Impulse. Denn der Fortschritt in der schmerzmedizinischen Versorgung macht einen ständigen Wissenstransfer und einen konstruktiven Dialog notwendig. Beides kann hier erfolgreich stattfinden.
Für den Kongress wünsche ich Ihnen allen sehr viel Erfolg, gutes Gelingen und aufschlussreiche Erkenntnisse.
Herzlichst Ihre

Prof. Dr. Eva Quante-Brandt
Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen
Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,Stefan Grüttner

unter dem diesjährigen Motto‚ Schmerzmedizin – Praxis und Theorie in der Versorgung‘ treffen sich in Frankfurt wieder schmerzmedizinisch interessierte Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreter nichtärztlich tätiger Fachgruppen. Die Versorgung dieser Patienten unseres Gesundheitssystems ist eine große Aufgabe und auch Herausforderung für alle Ärzte.

Auch in diesem Jahr ist es dem Veranstalter gelungen, wieder ein abwechslungsreiches Programm zu präsentieren. Schon das Motto der diesjährigen Veranstaltung besagt, es geht nicht darum, sich nur mit theoretischen Überlegungen zur Schmerzmedizin zu befassen. Vielmehr geht es um konkrete Umsetzungsbeispiele aus der Praxis. Schmerzen stellen eine häufige Begleitsymptomatik bei den verschiedensten Krankheitsbildern dar. Ebenso können sie nach erfolgten therapeutischen Maßnahmen oder vorangegangenen Traumen oder ohne erkennbare Ursachen auftreten. Symptomatische Schmerzen und Schmerzen im Frühstadium einer Chronifizierung können durch die bestehende medizinische Fachkompetenz der Vertragsärzte bereits in der Regelversorgung adäquat behandelt werden. Es gibt jedoch Patientengruppen, für die eine besondere schmerztherapeutische Versorgung erforderlich ist. Diese kann qualitätsgesichert und wirtschaftlich nur von solchen Ärzten gewährleistet werden, die über eine besondere Qualifikation verfügen und bestimmte organisatorische Vorgaben erfüllen. Die Schmerztherapie ist eine umfassende Versorgung, die fachübergreifend und auf Palliativmedizin bei akuten und chronischen Schmerzen spezialisiert ist. In Zusammenarbeit mit Hausärzten, Fachärzten und Kliniken stehen Prävention, Diagnostik und Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände im Vordergrund.

Unser Anspruch ist, dass alle Menschen Zugang zur bestmöglichen gesundheitlichen Versorgung haben. Bereits 2012 hat Hessen die Versorgung für Palliativpatienten im häuslichen Umfeld sichergestellt. Mit der Vereinbarung über die Notfalldepots leisten das Land und die hessischen Apotheken einen wichtigen Beitrag zur guten und schnellen Versorgung von schwerkranken Patientinnen und Patienten. Das 2015 in Kraft getretene Hospiz- und Palliativgesetz ist ein Meilenstein zur Verbesserung der Versorgung Schwerstkranker. Bei der Versorgung von Krebspatienten am Lebensende geht es darum, dass das onkologische, das schmerzmedizinische und das psychologische Wissen sowie pflegerische oder etwa physiotherapeutische Kenntnisse zusammengeführt werden, um eine umfassende Versorgung sicherzustellen.

Schwerkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Dazu gehört auch, dass Cannabis zur medizinischen Verwendung in Deutschland künftig staatlich angebaut wird. Bei schweren Erkrankungen kann Cannabis als Medizin helfen, Symptome zu lindern.
Mein Dank gilt allen Beteiligten für die Organisation dieser Tagung. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich eine erfolgreiche Tagung und einen schönen Aufenthalt in Hessen.

Stefan Grüttner
Hessischer Gesundheitsminister

 

Prof. Dr. med. Frank Ulrich MontgomeryJeder Patient hat Anspruch auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung. Dazu gehören eine dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechende Prävention und Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen.

In den letzten Jahren wurden die Strukturen zur Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen deutlich verbessert. Auch die Zahl der Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie ist weiter angestiegen; es sind mittlerweile mehr als 5.300. Dennoch gibt es deutliche Hinweise, dass weiterhin viele Menschen von den ambulanten und stationären schmerztherapeutischen Angeboten nicht erreicht werden. Vor dem Hintergrund des sich wandelnden Versorgungsbedarfs der Bevölkerung mit immer mehr älteren, multimorbiden und pflegebedürftigen Patienten ist eine wohnortnahe ambulante hausärztliche Versorgung unerlässlich. Der Hausarzt ist in der Regel der erste Ansprechpartner. Er wird die Primärdiagnose stellen und weitere differentialdiagnostische und therapeutische Maßnahmen einleiten. In seiner Funktion als Koordinator sollte er im Sinne einer gestuften Versorgung ggfs. fachärztliche Expertise bis hin zu spezialisierten schmerztherapeutischen Einrichtungen einbinden. Dies setzt eine strukturierte Patientenführung mit einer engen Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung der Patienten mit akuten bzw. chronischen Schmerzen voraus. Um die Sicherstellung einer adäquaten und wohnortnahen schmerzmedizinischen Versorgungsstruktur zu ermöglichen, müssen schmerztherapeutische Einrichtungen mit definierten Strukturmerkmalen Berücksichtigung in den Bedarfsplänen der Landesvertragspartner nach § 99 SGB V finden.

Daneben sollte jeder klinisch tätige Arzt mit den schmerzmedizinischen Problemen seiner Patienten vertraut sein. Daher ist die schmerzmedizinische Kompetenz unter Berücksichtigung der gebietsspezifischen Ausprägungen neben der Zusatzbezeichnung Schmerzmedizin seit vielen Jahren Bestandteil der (Muster-) Weiterbildungsordnung.

Aufgrund der Komplexität besonders der chronischen Schmerzerkrankung bedarf es eines abgestuften multidisziplinären und multiprofessionellen Ansatzes. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Patienten eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Schmerztherapie zu ermöglichen.

Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery
Präsident der Bundesärztekammer